Zwischen Pioniergeist, Hoffnung auf Frieden und Resignation

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Israelreise unserer AG ermöglichte einer Reisegruppe ihr Israelbild an Fakten neu auszurichten.

 

DIG Mannheim 227„Ich bin hier glücklich. Ich habe alles, was ich brauche“, erzählt die 60-jährige Nurit Katziry einer Reisegruppe der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Arbeitsgemeinschaft Rhein-Neckar. 27 Frauen und Männer aus Mannheim und der Metropolregion und ihre beiden Reiseführer, die Israelin Regula Alon und Johannes Reiner aus Freiburg sind zum Übernachten in den Kibbuz Shaar Hagalon, unweit des Sees Genezareth, gekommen. Die Abendluft auf der Terrasse ist lau. Die Grenze zu Jordanien ist wenige hundert Meter entfernt. Man sieht die Lichter der arabischen Dörfer auf der Anhöhe drüben. In der Ferne heult ein Schakal.


Nurit Katziry lebt ihren Traum von Gemeinschaft und bekennt sich zu einer überraschenden Doppelrolle an diesem Ort: „Ich bin Sozialistin und gleichzeitig Kapitalistin“, sagt sie in einer Mischung aus Stolz und leichter Ironie. Von den 300 Kibbuzniks bekommt jeder den gleichen, bescheidenen Monatslohn. Und da allen zusammen alles gehört, ist jeder auch Aktionär einer kibbuzeigenen börsennotierten Röhrenfabrik, die Zweigwerke in Moskau und Madrid hat. Der Kibbuz finanziert sich zu 90 Prozent aus dem industriellen Engagement. Man hat zwar noch 600 Milchkühe, 800 Bienenstöcke, Dattel-, Bananen- und Wassermelonenplantagen. Davon kann die Gemeinschaft mit einem Durchschnittsalter von 60 Jahren aber nicht mehr existieren. Betrieben wird auch ein Gästehaus für Touristen. Dafür ist die optimistische Frau verantwortlich, die so lebhaft und begeistert berichten kann.


DIG Mannheim 310Ein Stück Pionierarbeit wurde hier geleistet. Das wüste Land wurde urbar gemacht und musste oft genug mit dem Gewehr verteidigt werden. Doch auch das weiß die Nachkommin einer Wiener Mutter und eines polnischen Vaters: Der Kibbuz ist ein Auslaufmodell. Sie macht es am Beispiel ihrer vier Töchter deutlich: Keine lebt mehr im Kibbuz. Sie können mit dieser Art von Gleichheit nichts mehr anfangen. Aber eines weiß Nurit Katziry mit unerschütterlicher Zuversicht: „Eines Tages wird es in unserer Region Frieden geben. Vielleicht erlebe ich das nicht mehr. Zwei Völker, die einander misstrauen, sich sogar töten: Das muss ein Ende finden.“

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